Test: Einzeltest: Cougar CMX 550W
Zitat: Das Cougar CMX 550 W bietet abgesehen vom robusteren Gehäuse keine neuen Alleinstellungsmerkmale. Allerdings leistet sich das Modell auch keine nennenswerten Schwächen. Die Restwelligkeit ist moderat und die Geräuschentwicklung des neuen Lüfters hinterlässt einen positiven Eindruck. Lediglich die Vielfalt an Peripherie-Anschlüssen könnte noch ausgebaut werden.
Da der aktuelle Preis sicherlich noch fallen wird, ist der Vergleich mit den betagteren Techsolo-, OCZ- und Antec-Netzteilen
schwierig. Aufgrund der kurzen Produktlebenszyklen dürfte insbesondere das ältere Fatal1ty bald auslaufen. Ohne Zweifel übertrifft Cougar das Techsolo deutlich, welches sich bei 50 % Last verabschiedet hat, während die Überlast für Cougar kein Problem darstellte. Was die Anschlussvielfalt betrifft, bietet das günstige OCZ einen PATA-Anschluss mehr und setzt ebenfalls auf ein modulares Kabelmanagement. Nur Antec bietet diesbezüglich noch mehr. Dafür beeindruckt Cougar mit einem sehr langen Leitungsstrang für den 4+4-pin ATX12V-, als auch den 8-pin EPS12V-Stecker. Auch der 24-pin- (55 cm) und die drei PCIe-Anschlüsse (50 cm) sind gut bemessen. Insgesamt liegt Cougar irgendwo im Mittelfeld, was die Anschlussvielfalt betrifft. Ausbaufähig wäre die Konfiguration dennoch.
Im Inneren setzt Cougar sein gewohnt gutes Design ein, das stark an die Vorgängermodelle, als auch die A-Serie erinnert. Stärkere Gleichrichterdioden (gegenüber dem A450) gepaart mit einer gut ausgebauten EMI-Filterung als auch der Einsatz aktueller Schutzmechanismen bilden ein sehr zufrieden stellendes Gesamtbild. Fraglich ist nur, warum der Phase- und Neutralleiter vor und nach dem Netzschalter einen unterschiedlichen Querschnitt aufweisen. Das schwächere Transportmedium limitiert im Zweifel und bildet einen Flaschenhals. Vermutlich wurde bei diesem Testmuster einfach in den falschen Karton gegriffen. Dennoch kann Cougar überzeugen, was vor allem an den zahlreichen Isolierungen liegt, wie sie etwa an der Steckerbuchse für den Netzanschluss zu finden sind.
Ein Wirkungsgrad von mehr als 87 % wird in der Spitze erreicht, wogegen die 75 % bei 10 % Last nicht ausreichen, um Antec mit ca. 78 % in die Enge zu treiben. Auch bei der Restwelligkeit und dem mit einigen Transienten durchzogenen Spannungsverlauf auf +12 V kommt Cougar nicht ganz an das günstigere True Power New heran. Mit einem Spitze-Spitze-Wert von etwa 66 mV auf +12 V schneidet Cougar aber auch nicht sonderlich schlecht ab und übertrifft OCZ in Sachen Spannungsqualität.
Insgesamt ist das Cougar CMX mit 550 W auf dem Niveau des OCZ Fatal1ty anzusiedeln. Gemessen daran ist es relativ teuer, aber auch kein Fehlkauf, wenn dem Kunden das robuste Gehäuse mit (wahrscheinlich) hoher Schirmwirkung zusagt. Außerdem konnte Cougar, wie schon bei der A-Serie, die anfangs hohe Restwelligkeit der CM-Serie ausmerzen. Außer dem leiseren Lüfter und anderen Details sind jedoch auch keine großen Unterschiede gegenüber dem A450 zu erkennen. Wer sich das CMX also kaufen möchte, weil er die abnehmbaren Anschlüsse bevorzugt, sollte auf einen Preisnachlass im Handel warten.